Das Hamburger Duo "Frische Mische". Der Name ist Programm:
breitgefächert und feinfühlig, verspielt und mit einer überzeugenden
Eleganz kommt schon Peer Jensens Gitarrenspiel daher.
Dazu ein zweistimmiger
Gesang, der, gut abgestimmt und arrangiert, bisweilen den Flair alter Chansons
erreicht. Jan Labinski, zuständig auch für die schrägeren Parts, nutzt die
Freiräume zu stimmlichen Ausbrüchen, die die Lieder sekundenlang in die
Nähe eines Hörspiels rücken.
Die musikalische Verspieltheit setzt sich textlich fort: Frische Mische
sind moderne Eulenspiegel, die charmant durch die Alltagsprobleme des
Wohlstandsdeutschen führen - Penisneid und Psychoanalyse, Geschlechterkampf
und verkorkste Beziehungen, Biene-Maya-Idylle und Millionärshymne - es
scheint ihnen einen geradezu diabolischen Spaß zu machen, uns einen
Spiegel vorzuhalten. Und sie tun das mit einer Unbekümmertheit und einer
durchgängig spürbaren Lust an der eigenen Musik, dass wir gar nicht anders können, als
mitzulachen über unser komisches Leben.