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Erfurter Liedermacherfestival

Nach vier Jahren Abstinenz wollte Vicki Vomit Frische Mische endlich wieder auf dem Erfurter Liedermacherfestival in Erscheinung treten lassen.
Ehrlich gesagt fragte er die letzten drei Jahre immer wieder bei uns an.
Jedes Mal mussten wir Ihm eine Absage erteilen, weil irgendwelche Termine dazwischen kamen. Jetzt endlich, im Jahre 2007, sollte es gelingen.

Es muss so gegen 13:15 Uhr gewesen sein, als sich Pensen und Börnski am Hamburger Hauptbahnhof beim altbekannten Gleis 14a trafen.
Ich liebe diesen Moment. Zugfahrten haben mich immer schon begeistert, aber Gleis 14 heißt für mich, ab die Post, ein Auftritt wartet.
Die üblichen Fragen stiegen in mir auf.
Wie viele Zuschauer mögen es wohl werden?
Welche Songs spielen wir und werden die erwählten Hits die Bude rocken und, und, und …
Viel Zeit blieb mir nicht, mich mit diesen total spannenden Fragen auseinander zu setzen.
Musikerkollegen von Pensen bereicherten unsere Runde zufällig und
ein angenehm ausgedehntes Gespräch über Bands und Tourerlebnisse vertrieb uns die Zeit.
Nach einem Umstieg in Kassel-Wilhelmshöhe , einer Gesamtreisedauer von ca. 4 Std. und 46 Euro weniger in der Tasche (dank Bahncard 50) komplettierten wir den Luxus mit einer Taxifahrt zum Gewerkschaftshaus.
Vicky nahm uns freudestrahlend in Empfang. Rüdi und Totte, die den Vortag auch schon in Erfurt verbrachten, waren auf telefonischem Wege schnell herbeizitiert.
Rüdi versorgte mich flugs mit einem eigens mitgebrachten Weinbrand, der mich schon den Soundcheck der Mikros als ein heiteres Erlebnis empfinden ließ.
Überhaupt war es wunderschön, nach sehr langer Abstinenz zumindest 66,67 % der Monsters vereint zu wissen.
Alle Künstler machten nacheinander ihre persönliche Klangprobe, die speziell Hr. Bierhorst sehr ausgedehnt und unterhaltsam für alle gestaltete. Ungewohnte Echoeffekte und neue Werke aus seiner Feder zauberten Lächeln und Lachen auf die Lippen der Kollegen.
Vicky Vommit, der ohnehin alles bestens organisiert und im Griff hatte, erörterte mit uns noch die Reihenfolge der einzelnen Acts.
Er selbst als erstes, dann Janina, Frische Mische, Pause, Totte, Rüdi und als letztes Johanna Zeul.
Bei so vielen Namen ist es bestimmt leicht nachvollziehbar, dass es in dem 8 m2 großen Backstageraum sehr kuschelig und schon sehr früh sehr lustig wurde .
Dieses Who is Who der Creme del la Creme des Liedermachings sollte niemand geringerer als der Master of Hellfire moderieren.
Jener setzte nicht nur seine eigens dafür präparierte Jacke in Flammen, sondern verbrannte sich auch, durch mysteriös politisch anmutende Äußerungen die Zunge

Vicki war nicht nur hinter der Bühne ein Burner, sondern zeigte auch auf der Bühne was Liedermaching alles bedeuten kann. Geiler Typ und Daumen hoch.
Bei Janina merkte man gleich, dass sie sich in Erfurt schon eine Namen gemacht hat und sie wurde dementsprechend abgefeiert.
Dann war es soweit. Frische Mische mit einer wilden Show, die nicht unbedingt jeden im Publikum vom Hocker riss. Dafür aber zerfetzte es Pensens A Seite und auch eine Zerrung im rechten Oberschenkel blieb dem alten Tausendsassa nicht erspart.
Das mehr als freundliche Publikum gab trotz „verpeilten Auftretens“ unsererseits (Zitat Pensen) aufmunternden Applaus.
Kaum zurück im Backstageräumchen verglich Pensen unsere
Darbietung mit einer Heißluftballonfahrt ins Ungewisse. Sehr treffende Assoziation wie ich finde.
Rüdi und Totte, die nach der Pause die Bühne jeweils für sich in Anspruch nahmen, brillierten mit gekonnten Darbietungen. Besonders Totte wirkte wie ein Energiebündel und hatte das Publikum schnell dazu animiert lauthals mitzusingen.
Als krönender Abschluss des Ganzen kam Johanna Zeul mit ihrem ausdrucksstarken und immer wieder sehr innovativ wirkenden Hardcoreprogramm. Welch ein Gitarrenspiel?!

Als wir abschließend noch mal alle auf die Bühne kamen um dem Publikum unseren Dank per Verneigung zu erweisen, blickten wir in ausschließlich zufrieden lächelnde Gesichter. Erfurt, wie geil!
Gerne wird man da gefragt, ob man wiederkommen würde.
 
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